Stand: 25. Oktober 2026. Geschrieben von Andreas Braun, Kerzenssache. Wir machen selbst Kerzen aus Rapswachs. Deshalb steht hier auch, wo Raps schlecht abschneidet. Keine bezahlten Empfehlungen, keine Affiliate-Links, alle Quellen unten.
Die kurze Antwort
Eine Kerze ohne Fußabdruck gibt es nicht. Jede Kerze setzt beim Brennen CO₂, Ruß und feine Partikel frei, egal aus welchem Wachs.1,2 Nachhaltige Kerzen im ehrlichen Sinn sind deshalb Kerzen, die weniger Probleme mitbringen: Wachs aus einem nachwachsenden Rohstoff mit klarer Herkunft, wenig oder kein Duft, ein Baumwolldocht, der zum Glas passt, und ein Glas, das nicht im Müll landet.
- Gute Wahl: Kerzen, auf denen „aus“ und ein konkretes Wachs steht, zum Beispiel Rapswachs, Sojawachs mit Herkunftsnachweis, Bienenwachs (wenn vegan für dich keine Rolle spielt) oder Kerzen aus Restfetten der Lebensmittelindustrie.3,4
- Lieber liegen lassen: Kerzen ganz ohne Angabe (fast immer Paraffin oder Stearin), „mit Pflanzenwachs“ (eine Mischung), „Bio-Kerze“ (bei Kerzen nicht geregelt) und pauschale Wörter wie „umweltfreundlich“ ohne Beleg.3,5
- Mit Kindern, Haustieren oder Allergie im Haus: lieber duftlos, nicht in Zugluft und nach dem Löschen lüften.
Wachsarten im Vergleich
Alle Wachse nach denselben Fragen: Woraus und woher? Was kostet das an Fläche und Umwelt? Vegan oder nicht? Und was ist über den Abbrand wirklich belegt?
| Wachs | Rohstoff und Herkunft | Fläche und Umwelt | Vegan | Abbrand: was belegt ist |
|---|---|---|---|---|
| Paraffin | Erdöl, Nebenprodukt der Raffinerie | fossiler Rohstoff, wächst nicht nach | ja | ohne Duft in Vergleichsstudien ähnlich wie Pflanzenwachse |
| Stearin | Palmöl, andere Pflanzenfette oder Rindertalg | bei Palmöl Risiko von Regenwaldrodung | nur pflanzliches | darf bis zu 10 % andere Masse enthalten, oft Paraffin |
| Palmwachs | gehärtetes Palmöl, vor allem aus Indonesien und Malaysia | viel Öl je Hektar (3,8 t), aber umstritten wegen Entwaldung | ja | ohne Duft ähnlich wie andere Wachse |
| Sojawachs | gehärtetes Sojaöl, für Kerzen meist aus den USA | Sojaanbau hat in Südamerika Wald und Savanne verdrängt, entwaldungsfrei erhältlich | ja | weich, für Gläser; Studien zum Ruß widersprechen sich |
| Rapswachs | gehärtetes Rapsöl, Raps wächst auch in Europa | geringes Entwaldungsrisiko, kurze Wege möglich, braucht aber rund fünfmal so viel Fläche wie die Ölpalme | ja | weich, für Gläser; kein unabhängiger Rußvergleich bekannt |
| Bienenwachs | Wabenwachs der Honigbiene | kein Acker nötig, aber knapp: ein bis zwei Prozent Marktanteil | nein | „Bienenwachskerze“ heißt: reines Bienenwachs |
| Kokoswachs | gehärtetes Kokosöl aus den Tropen | Tropenanbau, wenig Öl je Hektar (0,7 t) | ja | meist nur Mischpartner |
| Restfette („Biomasse“) | Abfallfette aus nachwachsenden Rohstoffen | nutzt Reste, kein fossiler Rohstoff | nur, wenn es draufsteht | kaum Daten |
Quellen zur Tabelle: Kerzeninnung, RAL-GZ 041, DUH 2020 und 2025, WWF, Quarks, Hessen VerbraucherFenster, Öko-Test.6,7,8,9,10,11 Eine Ökobilanz, die alle Wachsarten vergleicht, kennt die Deutsche Umwelthilfe nicht.8 Darum gibt es hier kein Ranking mit Punkten.
Paraffin
Paraffin wird überwiegend aus Erdöl gewonnen und ist bis heute der häufigste Kerzenrohstoff.6,1 Der europäische Kerzenverband schätzte seinen Anteil 2020 auf rund die Hälfte.8 Es ist ein fossiler Rohstoff, der nicht nachwächst. Wenn auf einer Kerze gar nichts steht, ist es fast immer Paraffin oder Stearin.3
Stearin
Stearin klingt pflanzlich, ist es aber nicht immer. Es wird aus Pflanzenfetten, häufig Palmöl, oder aus tierischen Fetten wie Rindertalg gewonnen.6,5 Eine „Stearinkerze“ muss nach RAL nur zu 90 % aus Stearin bestehen, der Rest kann Paraffin sein.7,8 Und dass Stearin weniger rußt, ist nicht sicher: In einer Messung der dänischen Umweltbehörde gaben Stearinkerzen im Mittel sogar doppelt so viele ultrafeine Partikel ab wie Paraffinkerzen, mit großen Unterschieden zwischen den Produkten.12
Palmwachs
Die Ölpalme liefert je Hektar fast fünfmal so viel Öl wie Raps.8 Das Problem ist der Anbau in den Tropen: Palmöl hängt in vielen Fällen mit der Zerstörung von Regenwald zusammen.5 Wer zu Palm greift, braucht einen Nachweis über die Herkunft. „Pflanzliches Wachs“ ohne weitere Angabe kann Palmöl sein.
Sojawachs
Rund 80 % der Sojabohnen weltweit kommen aus den USA, Brasilien und Argentinien, und für die Ausweitung der Felder wurden in Südamerika große Wald- und Savannenflächen umgewandelt.9 Sojawachs für Kerzen kommt laut Kerzenverband meist aus den USA.10 Soja gibt es auch entwaldungsfrei, etwa aus den USA oder aus Europa.8 Sojawachs ist also nicht schlecht, aber du solltest wissen, woher es kommt.
Rapswachs
Rapswachs ist gehärtetes Rapsöl. Raps wächst auch in Europa: In Deutschland stand Winterraps 2026 auf rund 1,13 Millionen Hektar.13 Die Deutsche Umwelthilfe nennt als Vorteile den Anbau in Europa mit geringem Entwaldungsrisiko und kurze Transportwege. Als Nachteil nennt sie den hohen Flächenbedarf: Für dieselbe Menge Öl braucht Raps knapp fünfmal so viel Fläche wie die Ölpalme.8 Dazu kommen Dünger und Pflanzenschutz auf intensiv bewirtschafteten Feldern. Ihr Fazit: Raps und andere Pflanzenwachse sind nicht von sich aus nachhaltiger.1 Und „Rapswachs“ ist kein geschützter Begriff, manche Rapswachse sind Mischungen, etwa mit Kokos. Frag nach dem Anteil. Mehr dazu: Rapswachs, Sojawachs, Paraffin: Woraus Kerzen bestehen
Bienenwachs
Bienenwachs ist ein tierisches Produkt und deshalb nicht vegan. Es braucht keinen eigenen Acker, ist aber knapp: Es hat nur ein bis zwei Prozent Anteil am Kerzenmarkt.11 Gut zu wissen: „Bienenwachskerze“ darf nach RAL nur heißen, was ganz aus Bienenwachs besteht.7
Kokoswachs und Kerzen aus Restfetten
Kokoswachs steckt meist als Mischpartner in anderen Pflanzenwachsen. Die Kokospalme wächst wie die Ölpalme in den Tropen und liefert weniger Öl je Hektar.8 Die DUH warnt, dass Kokos- und Spezialwachse Umweltprobleme oft nur in andere Regionen verschieben.1 Ein Sonderfall sind Kerzen aus „Biomasse“: Hier werden Abfallfette aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet, ohne fossile Brennstoffe.4 Ob sie vegan sind, hängt davon ab, welche Fette drinstecken.
Der 30-Sekunden-Check auf dem Etikett
- Wachs: Steht „aus Rapswachs“, „aus Sojawachs“ oder „aus Bienenwachs“ drauf? „Mit Pflanzenwachs“ heißt Mischung, meist mit Paraffin. Steht gar nichts drauf, ist es fast immer Paraffin oder Stearin.3
- Anteil und Herkunft: Gibt es eine Prozentzahl und ein Herkunftsland? Bei Palm und Soja: einen Nachweis über die Herkunft. In der Stichprobe der DUH nannten nur 1,2 % der Kerzen auch die Mengenanteile.1
- Duft: Steht da „Enthält … Kann allergische Reaktionen hervorrufen“? Dann steckt ein allergieauslösender Duftstoff drin, ab 0,1 % ist der Hinweis Pflicht.14 Für Allergiker ist duftlos die sichere Wahl.
- Docht: Baumwolle ist der Standard. Steht nichts dazu da, frag nach.
- Siegel: Wer vergibt es, nach welchem Prüfsystem? Das RAL-Gütezeichen prüft Qualität, Abbrand und Schadstoffe, ist aber kein Umwelt- und kein Vegan-Siegel.7,3 „Bio“ ist bei Kerzen nicht geregelt.5
- Brenndauer: Steht sie drauf? Dann kannst du den Preis je Stunde ausrechnen (siehe unten).
- Glas: Kannst du es zurückgeben oder nachfüllen lassen?
So schneidet unsere Kerze beim Check ab

- erfülltWachs: aus reinem Rapswachs, ohne Paraffin und ohne Palmöl.
- erfülltAnteil und Herkunft: reines Rapswachs aus Deutschland und der EU, rund 210 g je Kerze.
- erfülltDuft: ätherische Öle und ausgewählte Duftstoffe, rund 4 % der Kerzenmasse. Leuchtende Liesl ist duftlos.
- erfülltDocht: zwei Baumwolldochte je Glas.
- neinSiegel: Ein unabhängiges Siegel haben wir nicht, mit Absicht: Jede Zertifizierung kostet Gebühren und Prüfkosten, und die würden die Kerze teurer machen. Dafür steht hier alles, was drin ist.
- erfülltBrenndauer: 40 bis 60 Stunden, gemessen. Das sind 41 bis 62 Cent je Stunde.
- erfülltGlas: eine gebrauchte Weinflasche. Bring sie leer zurück, wir gießen sie neu, und du bekommst 20 % auf die nächste Kerze.
Zu unseren zehn KerzenSo funktioniert der Refill
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„Nachhaltig“ seit dem 27. September 2026: Was ein Anbieter belegen muss
Seit dem 27. September 2026 gelten in Deutschland strengere Regeln für Umweltwerbung.15 Pauschale Aussagen wie „umweltfreundlich“, „ökologisch“, „grün“ oder „klimafreundlich“ sind nur noch erlaubt, wenn eine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachgewiesen ist, zum Beispiel mit dem EU-Ecolabel, oder wenn direkt daneben konkret steht, worin der Umweltvorteil besteht. Eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängiges Zertifizierungssystem sind unzulässig, ebenso „klimaneutral“, wenn das nur durch gekaufte CO₂-Zertifikate erreicht wird. Für dich als Käuferin oder Käufer heißt das: Steht neben „nachhaltig“ kein konkreter Grund, ist das ein Warnsignal.
Diese Fragen darfst du jedem Kerzenanbieter stellen, auch uns:
- Welches Wachs genau, und zu wie viel Prozent?
- Woher kommt der Rohstoff, und gibt es dafür einen Nachweis vom Lieferanten?
- Welche Duftstoffe stecken drin, und wie viel?
- Wer hat das Siegel vergeben, und wo kann ich die Kriterien nachlesen?
- Ist die Brenndauer gemessen oder geschätzt?
- Was passiert mit dem Glas, wenn die Kerze leer ist?
Keine Antwort ist auch eine Antwort. Das hier ist übrigens keine Rechtsberatung, sondern eine Einkaufshilfe.
Duft: der Teil, über den kaum jemand redet
Duft ist bei einer Kerze reine Zugabe, für das Brennen braucht es ihn nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, in Kerzen nur Duftstoffe zu verwenden, die auch in Kosmetik oder Spielzeug ohne Einschränkung erlaubt sind.16 In einer Messreihe lagen die Emissionen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe bei Kerzen ohne Duft in allen Fällen deutlich niedriger als bei Duftkerzen.17 Und „natürlich“ hilft nicht automatisch: Natürliche Duftstoffe sind laut Umweltbundesamt nicht weniger allergieauslösend als synthetische.18 Die Verbraucherzentrale nennt Kerzen ohne Duft deshalb die sicherere Wahl.5
Unser Tipp: Wenn Duft, dann wenig und mit klarer Angabe. Und für das Kinderzimmer, für Allergiker oder für lange Abende eine duftlose Kerze.
Docht: klein, aber entscheidend

Über den Docht spricht fast niemand, dabei bestimmt er mit, wie viel eine Kerze rußt. Eine Studie der Universitäten Lund und Aarhus fand: Wachs und Docht zusammen beeinflussen Ruß und Feinstaub stark.19 In einer Untersuchung der dänischen Umweltbehörde stammte der größte Teil der Partikelmasse aus den Salzen, mit denen Dochte behandelt werden.20 Das RAL-Gütezeichen verlangt Baumwolldochte nach Öko-Tex 100 und begrenzt Blei und Nickel auf höchstens 5 mg je Kilogramm.7 Das BfR rät, auf Blei ganz zu verzichten.16
Genauso wichtig: Der Docht muss zum Glas passen. Ist er zu schwach, brennt sich ein Tunnel in die Kerze, und das Wachs am Rand bleibt ungenutzt. Ist er zu lang, flackert und rußt die Flamme. Darum: Docht vor jedem Anzünden auf etwa 5 mm kürzen, und beim ersten Mal so lange brennen lassen, bis die Oberfläche bis zum Rand flüssig ist.
Raumluft: ehrlich gesagt
Beim Abbrennen entstehen Stickstoffoxide und Ruß, sagt das Umweltbundesamt, und zwar bei jeder Kerze.2 Ultrafeine Partikel können über die Lunge in den Blutkreislauf übergehen.21 In Messungen in 40 Wohnungen in Leipzig und Berlin setzten Kerzen deutliche Mengen ultrafeiner Partikel frei, ebenso wie Kochen, Backen und Toasten.22 Eine dänische Studie in 56 Haushalten fand im Mittel bis zu 60 % der Partikel aus Kerzen.12
Zur Einordnung: Ein Krebsrisiko durch Kerzen ist bisher nicht belegt.23 In einer Kopenhagener Studie mit 6.757 Personen fand sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Kerzen und Herz- oder Atemwegserkrankungen.24 Gesund ist trotzdem keine Kerze, auch keine aus Pflanzenwachs. Wer etwas anderes verspricht, verspricht zu viel.
Was hilft: keine Zugluft, denn dann rußt die Kerze stärker. Lüften, am besten wenn die Kerze aus ist.2 Docht kurz halten.5 Nicht fünf Kerzen gleichzeitig in einem kleinen Raum. Und mit kleinen Kindern, Asthma oder Allergie im Haus: lieber duftlos.11 Mehr dazu: Warum rußt meine Kerze? und Kerzen ohne Schadstoffe: Gibt es das?
Preis je Brennstunde: so rechnest du
Eine Kerze, die tunnelt oder nach der Hälfte ausgeht, ist rausgeworfenes Geld und rausgeworfenes Material. Vergleiche deshalb nicht den Preis, sondern den Preis je Stunde: Preis geteilt durch angegebene Brenndauer. Unsere Kerze ohne Logo kostet 24,90 € und brennt 40 bis 60 Stunden, das haben wir gemessen. Das sind 41 bis 62 Cent je Stunde, mit Refill 33 bis 50 Cent. Steht keine Brenndauer auf der Packung, kannst du nicht vergleichen. Auch das ist eine Information.
Und wenn die Kerze leer ist?

Leere Kerzengläser gehören nicht ins Altglas, sondern in den Restmüll, weil sie nicht als Verpackung gelten.25 Das Gleiche gilt für die Aluhüllen von Teelichtern.4 Darum ist ein Glas, das weiterlebt, so viel wert:
- Nachfüllen lassen: Manche Hersteller nehmen ihre Gläser zurück und gießen sie neu. Wir auch.
- Weiterverwenden: als Teelichtglas, Stiftebecher, kleine Vase oder Vorratsglas.
- Wachsreste: Glas ein paar Stunden ins Gefrierfach, dann lässt sich das Wachs mit einem Löffel lösen. Reste in den Restmüll, nie in den Abfluss.
Die ganze Anleitung: Leeres Kerzenglas: Altglas oder Restmüll?
Wie wir das bei Kerzenssache machen
Damit du uns an denselben Fragen messen kannst: Wir gießen unsere Kerzen in Prünst (Gemeinde Rohr) bei Nürnberg aus reinem Rapswachs aus Deutschland und der EU, ohne Paraffin und ohne Palmöl, rund 210 g je Kerze. Dazu kommen zwei Baumwolldochte, damit das breite Glas bis zum Rand schmilzt, und rund 4 % ätherische Öle und ausgewählte Duftstoffe. Wer gar keinen Duft möchte, nimmt Leuchtende Liesl. Alle zehn Kerzen sind vegan. Das Glas war vorher eine gebrauchte Weinflasche: Upcycling statt Einschmelzen. Wenn die Kerze leer ist, bringst oder schickst du uns das Glas, wir gießen es neu, und du bekommst 20 % auf die nächste Kerze.
Und ehrlich: Auch unser Raps braucht Fläche, und auch unsere Kerzen setzen beim Brennen CO₂ und feine Partikel frei. Damit sie möglichst rußarm brennt, gilt bei uns dasselbe wie oben: Docht kürzen, keine Zugluft. Alles, was in unseren Kerzen steckt · So funktioniert unser Refill
Häufige Fragen zu nachhaltigen Kerzen
Welche Kerzen sind am nachhaltigsten?
Eine Gewinnerin gibt es nicht, weil keine Ökobilanz alle Wachse vergleicht.8 Weniger Probleme machen Kerzen aus nachwachsendem Wachs mit klarer Herkunft, mit wenig oder ohne Duft, mit passendem Baumwolldocht und in einem Glas, das nachgefüllt wird.
Sind Sojakerzen schlecht für die Umwelt?
Nicht pauschal. Soja kann mit Entwaldung in Südamerika zusammenhängen, ist aber auch entwaldungsfrei erhältlich.9,8 Entscheidend ist der Herkunftsnachweis.
Rußen Kerzen aus Rapswachs nicht?
Doch, jede Kerze rußt etwas. Rußfrei ist nach RAL aus chemisch-physikalischen Gründen nicht möglich, erreichbar ist ein rußarmer Abbrand.7 Ein unabhängiger Vergleich von Rapswachs und Paraffin ist uns nicht bekannt.
Ist eine Stearinkerze frei von Paraffin?
Nicht unbedingt. Bis zu 10 % dürfen aus anderer Masse bestehen, zum Beispiel Paraffin.7,8
Sind Bienenwachskerzen vegan?
Nein. Bienenwachs ist ein tierisches Produkt, das V-Label schließt es für „vegan“ aus.26
Sind Duftkerzen schädlich?
Duftstoffe erhöhen die Emissionen und können empfindliche Menschen belasten.17,5 Wer empfindlich ist, nimmt eine duftlose Kerze und lüftet nach dem Abbrennen.
Ist das RAL-Gütezeichen ein Öko-Siegel?
Nein. Es prüft Qualität, Abbrand, Ruß und Schadstoffgrenzen, sagt aber nichts darüber, ob eine Kerze besonders umweltfreundlich oder vegan ist.3
Wohin mit dem leeren Kerzenglas?
In den Restmüll, nicht ins Altglas.25 Besser: weiterverwenden oder nachfüllen lassen.
Quellen
1 Deutsche Umwelthilfe, „Was brennt da eigentlich? Kerzencheck 2025“, November 2025
2 Umweltbundesamt, „Grüne Weihnachten“, aktualisiert 21.11.2025
3 Öko-Test, „Umweltfreundliche Kerzen erkennen“, aktualisiert 26.08.2026
4 Öko-Test, „Teelichter schaden der Umwelt: Das sind bessere Alternativen“, 08.12.2025
5 Verbraucherzentrale, „Kerzen: Schadstoffe vermeiden“, Stand 13.11.2025
6 Kerzeninnung, „Rohstoffe“
7 Gütegemeinschaft Kerzen, Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 041, Juli 2020
8 Deutsche Umwelthilfe, „Einblicke in die Kerzenbranche“, 18.12.2020
9 WWF Deutschland, „Soja-Anbau: Kritik und Probleme“
10 Quarks (WDR), „Wie nachhaltig können Kerzen sein?“, aktualisiert 12.01.2022
11 Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, VerbraucherFenster, „Feuer und Flamme: Woran erkennt man gute Kerzen?“, November 2025
12 Dänische Umweltbehörde, Survey and Risk Assessment of Particle and Heavy Metal Emissions from Candles, Nr. 157, April 2017
13 Statistisches Bundesamt, Anbauflächen und Erntemengen ausgewählter Anbaukulturen, Stand 24.09.2026
14 Health and Safety Executive for Northern Ireland, „Candles and CLP“
15 Drittes Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, BGBl. I 2026 Nr. 43 vom 19.02.2026, in Kraft seit 27.09.2026; Zusammenfassung der IHK
16 Bundesinstitut für Risikobewertung, Stellungnahme Nr. 004/2014 vom 11.11.2013
17 Salthammer u. a., Environment International 155 (2021) 106590, mitfinanziert von Kerzenverbänden
18 Umweltbundesamt, Ratgeber „Duftstoffe: chemische Begleiter des Alltags“, September 2016
19 Andersen u. a., Indoor Air 31 (2021) 2033 bis 2048
20 Dänische Umweltbehörde, Environmentally friendly candles with reduced particle emissions, Nr. 2053, November 2018, mit Beteiligung der Kerzenindustrie
21 Umweltbundesamt, „Feinstaub in Innenräumen“, aktualisiert 14.06.2017
22 Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, Pressemitteilung vom 19.05.2020
23 Krebsinformationsdienst des DKFZ, „Krebs durch Kerzen: besteht ein Risiko?“, 30.11.2023
24 Loft u. a., Indoor Air 32 (2022) e13086
25 Aktionsforum Glasverpackung, Presseinformation vom 05.12.2017
26 V-Label, FAQ





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